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ADOLF WÖLFLI (1864-1930)
Adolf Wölfli-Stiftung Kunstmuseum Bern

Der französische Surrealist André Breton nannte Adolf Wölflis Oeuvre "eines der drei oder vier wichtigsten Werke des zwanzigsten Jahrhunderts". 1895 in die psychiatrische Heilanstalt Waldau bei Bern eingeliefert, begann Wölfli 1899 zu zeichnen und zu schreiben. Auf über 25'000 Seiten schuf er sich eine neue Kindheit, eine grossartige Zukunft und phantastische Welt: die "Skt.Adolf-Riesen-Schöpfung". Die Adolf Wölfli-Stiftung macht seit 1975 Wölflis Werk der Öffentlichkeit in Einzel- und Gruppenausstellungen sowie Publikationen zugänglich.

Adolf Wölfli
"Niezohrn-West-
Trachter-Tunell", 1911

Adolf Wölfli
"Die Kreutzigung
Jesus Christi", 1917

Adolf Wölfli
"Campbell's Tomato Soup", 1929
Bereits Wölflis Frühwerk, die Bleistiftzeichnungen 1904-1906, sind von herausragender Gestaltung. Es sollte jedoch nicht dabei bleiben. 1908 beginnt Wölfli mit der Niederschrift seiner Lebensgeschichte, die sich nach wenigen Seiten zur Weltreise und dann zur Weltschöpfung erweitert. Es beginnt mit "Von der Wiege bis zum Graab. Oder, Durch arbeiten und schwitzen, leiden, und Drangsal bettend zum Fluch" (1908-1912). Auf 3000 Seiten schildert Wölfli, wie er als Kind Doufi mit seiner Familie rund um die Welt reist. Diese imaginäre Autobiographie bildet die Grundlage für die Errichtung der "Skt.Adolf-Riesen-Schöpfung".

Die Erschaffung dieser neuen Welt beschreibt Wölfli auf weiteren 3000 Seiten in den "Geographischen und allgebräischen Heften" (1912-1916). Sie wird die ganze Erde und den gesamten Kosmos umfassen und gipfelt 1916 in Wölflis Selbsternennung zu Skt. Adolf II.

In den darauffolgenden Schriften, den "Heften mit Liedern und Tänzen" (1917-1922) und den "Allbumm-Heften mit Tänzen und Märschen" (1924-1928), zelebriert Wölfli in immer neuen Variationen seine "Skt.Adolf-Riesen-Schöpfung". 1928, zwei Jahre vor seinem Tod, beginnt er mit dem "Trauer-Marsch". Darin nimmt er die zentralen Motive seiner Welt noch einmal in konzentrierter Form auf und verwebt sie zu einem fortlaufenden Laut- und Bildteppich, der 1930 mit seinem Tod abbricht.

Die Adolf Wölfli-Stiftung, in deren Besitz sich der gesamte Nachlass von Adolf Wölfli befindet, wurde von Elka Spoerri (1924-2002) aufgebaut.

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Adolf Wölfli-Gelesen und vertont (gratis download)

Pdfs:
Adolf Wölflis Formenvokabular
gezeichnet von Markus Raetz
formenvokabular_copy1.pdf