Adolf Wölfli (1864-1930)
Schriften 1908-1930
1908 beginnt Wölfli mit seinem erzählerischen Werk, seinem Lebenswerk, an dem er bis zu seinem Tod 1930 mit wenigen Unterbrechungen arbeitet. Mittels eines komplexen Flechtwerks von Prosa, Poesie, Lautmalerei, Ordnungstabellen, neuen Zahlen, Zeichnungen, Collagen und musikalischen Kompositionen verwandelt er seine Kindheit in eine großartige Vergangenheit und seine Zukunft in eine persönliche Utopie. Wölflis schriftstellerischer Nachlass, der heute von der Adolf-Wölfli-Stiftung, Kunstmuseum Bern, verwaltet wird, umfasst bei zu seinem Tod 1930 insgesamt 45 große, von ihm selbst gebundene Hefte sowie 16 Schulhefte mit insgesamt über 25 000 Seiten mit 1600 Zeichnungen und 1600 Collagen.
 Adolf Wölfli, "Die Drachenfels-Trimbach-Eisenbahn-Fuss und Fahr-Brücke, in China", 1909 |
Eine wichtige Rolle für die Entstehung von Wölflis Werk spielt der Berner Arzt und Psychiater Walter Morgenthaler, der zwischen 1907 und 1919 an der Waldau tätig ist. Er interessiert sich bereits als junger Arzt für Wölflis Zeichnungen und Schriften, verhilft ihm zum nötigen Arbeitsmaterial, anerkennt sein Schaffen und dokumentiert es 1921 in seiner bahnbrechenden Monographie über Adolf Wölfli "Ein Geisteskranker als Künstler".
Das erzählerische Werk besteht aus fünf Teilen:
1. Von der Wiege bis zum Graab (1908-1912)
2. Geographische und allgebräische Heft (1912-1916)
3.Hefte mit Liedern und Tänzen (1917-1922)
4. Hefte mit Tänzen und Märschen (1924-1928)
5.Trauer-Marsch (1928-1930)